Matthias Möller

Uplandstraße 10
34508 Willingen-Schwalefeld

Ihr Forstunternehmen für

  • Manuellen- und hochmechanisierten Holzeinschlag
  • Holzrückung
  • Ernte von Energieholz zur Hackschnitzelgewinnung
  • Spezialfällung

Interview für und mit Hessen-Forst

Matthias Möller war von 2000 bis 2003 Auszubildender zum Forstwirt im Forstamt Diemelstadt
Nach der Ausbildung gründete Möller eine „Ich-AG" im Bereich der motormanuellen Holzernte. Sukzessive wurden Mitarbeiter eingestellt und in Forstmaschinen und -technik investiert. Heute kann Möller auf ein schlagkräftiges Forstunternehmen mit zehn Mitarbeitern blicken.
Der entschlossene Werdegang eines ehemaligen „Forstwirt-Azubis" zum erfolgreichen Forstunternehmer war Grund genug für das Redaktionsteam „im Dialog", das Gespräch zu suchen und Herrn Möller über Chancen und Risiken seiner Berufwahl zu befragen.

In welchen Bereichen sind Sie und Ihre Mitarbeiter mit Ihrem Unternehmen tätig?
Motormanuelle und hochmechanisierte Holzernte, die Rückung von Lang- und Kurzholz, in der Gefahrbaumfällung, Baufeld-Räumung, Landschaftspflege, Straßenbegleitgrün und Ernte und Vermarktung von Energieholz. Unser Hauptarbeitsgebiet ist ganz Hessen und das Sauerland.

Wie ist bei Ihnen der Entschluss gereift, Forstunternehmer zu werden?
Bereits während meiner Ausbildung zum Forstwirt habe ich bei einem bekannten Forstunternehmen ausgeholfen. Dabei und unterstützt durch die schwierige Übernahmesituation - auch für gute Absolventen zur damaligen Zeit - habe ich den Entschluss gefasst, mich selbständig zu machen.

Welche Chancen, aber auch Risiken sehen Sie als Unternehmer im Vergleich zum angestellten Forstwirt?
Viel Freude bereitet das selbständige Arbeiten. Bei einer doch inzwischen stattlichen Zahl von eigenen Mitarbeitern gerät für mich die eigentliche Forstarbeit (leider) zunehmend in den Hintergrund. Die Personaleinteilung, Auftragsakquise sowie Angebotserstellung nimmt einen hohen Stellenwert ein. Als Selbständiger darf man die Arbeit nicht scheuen. Die übliche Regelarbeitszeit" wird meist deutlich überschritten. Risiken für meinen Betrieb versuche ich durch Präsenz in mehren Geschäftsfeldern sowie über das Ohr am Puls der Zeit" zu minimieren. So stelle ich derzeit leider fest, dass auf der einen Seite die Nachfrage in der motormanuellen Holzernte gut ist, aber gleichzeitig meine gut ausgebildeten und entsprechend bezahlten Forstwirte zu teuer sind. Daher werden wir sehr genau prüfen, ob wir diese Dienstleistungen zukünftig noch anbieten können.

Halten Sie die Forstwirtausbildung für eine gute Grundlage zur Gründung eine Forstunternehmens?
Für einen Forstunternehmer stellt die Forstwirtausbildung eine gute Basis dar, auf der es aufzubauen gilt.

Welche Zusatzqualifikationen mussten Sie sich zusätzlich aneignen?
Eine kaufmännische bzw. betriebswirtschaftliche Ausbildung ist kein Fehler. Leider habe ich jetzt keine Zeit mehr hierfür. Daher dürfen keine Berührungsängste bestehen, sich zusätzliche Qualifikationen situationsbedingt einzukaufen. Zum Beispiel beim Maschinenkauf die Verträge durch einen Rechtsanwalt aufsetzen bzw. prüfen zu lassen oder auch einen Steuerberater hinzuzuziehen.

Würden Sie den Schritt in die Selbständigkeit wieder wagen?
Ja! Allerdings würde ich die Gründung besser vorbereiten und aus heutiger Sicht zusätzlich zu der Forstwirt- eine kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Ausbildung absolvieren.

Wie haben Sie sich in die Arbeitgeberrolle eingefunden?
Gute Mitarbeiter sind ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Entsprechend kommt einer guten Führung und der leistungsangemessenen Bezahlung ein hoher Stellenwert zu. Bei mir war das "learning by doing". Ich versuche, ein offenes und ehrliches Verhältnis mit meinen Mitarbeitern zu pflegen. Entscheidend ist auch, dass die Mitarbeiter, soweit möglich, entsprechend ihrer Fähigkeiten und Neigungen eingesetzt werden.

Wie gewinnen Sie neue Mitarbeiter?
Das Unternehmen ist seit der Gründung in 2004 kontinuierlich gewachsen. Die Mitarbeiter wurden in der Regel über Mund-zu-Mund-Propaganda angeworben, ein Mitarbeiter kam über eine Zeitarbeitsfirma zu uns. In der Probezeit erkennt man relativ schnell, ob ein neuer Mitarbeiter ins Team passt oder nicht.

Welche Qualifikationen erwarten Sie von Ihren Mitarbeitern?
Die in der Holzernte beschäftigten Mitarbeiter sind gelernte Forstwirte bzw. Forstwirtschaftsmeister. Die Forstmaschinenführer haben zusätzlich eine entsprechende Weiterqualifikation.

Wie stellen Sie sicher, dass Sie und Ihre Mitarbeiter auf dem Wissensstand der Zeit sind?
Der Seitenblick auf andere Unternehmen oder auch bei Messen ist ganz wichtig. Weiterhin werden auch Weiterbildungen besucht, aber vorzugsweise außerhalb der Hauptarbeitsphasen. Fortbildungsangebote von Hessen-Forst werden bisher eher weniger genutzt. Das Ziel ist eine kontinuierliche Verbesserung.

Worin sehen Sie die Stärken des Unternehmens?
Verschiedene Geschäftsfelder sorgen für Stabilität des Unternehmens. Gute und motivierte Mitarbeiter und die Partnerschaft mit anderen Unternehmen ermöglichen eine hohe Schlagkraft und Qualität des Arbeitsergebnisses.

Wohin wollen Sie?
Eine weiteres schnelles Wachstum wie in den vergangen Jahren ist nicht mehr vorgesehen. Man verdient dann nicht mehr Geld, sondern hat nur mehr Ärger.

Zur Holzernte: Die Notwendigkeit der Auftragsvergabe im öffentlichen Forstbetrieb über Ausschreibung ist unstrittig. Welche Anforderungen stellen Sie dabei an diese?
Entscheidend für die Abgabe eines gut kalkulierten Angebotes ist die Leistungsbeschreibung. Inzwischen schaue ich aufgrund gewonnener Erfahrung praktisch jeden Auftrag vorher an, da sonst ein Risikoaufschlag mit einkalkuliert werden muss, der dann oft den Zuschlag verhindert. Bei der Durchführung wünsche ich mir nach Möglichkeit eine Blockbildung, die lange, unproduktive und teure Umsetzzeiten der Maschine vermindert. Weiterhin sollten die Bestände so vorbereitet sein, dass sowohl die Gassenmarkierung wie auch die Z- und Entnahme-Bäume zweifelsfrei zu erkennen sind. Nur dann können wir schnell und gut arbeiten. Die Poolbildung" durch die Rahmenvereinbarung finden wir gut. Entsprechend wichtig ist für uns die regelmäßige, faire und transparent durchgeführte Lieferanten beurteilung.

Welche Wünsche haben Sie an Hessen-Forst als potenziellen Auftraggeber?
Einerseits Rahmenbedingungen schaffen, die Qualifikationen des Auftragnehmers und Mindeststandards bei der Umsetzung fordern und einen fairen Wettbewerb ermöglichen. Unqualifizierte Billigheimer" sollten ausgeschlossen werden. Das im Bereich der hochmechanisierten Holzernte etablierte Verfahren erfüllt aus unserer Sicht diese Anforderungen. Ebenso sollte auch die motormanuelle Aufarbeitung über eine Rahmenvereinbarung mit Poolbildung" abgewickelt werden. Weiterhin benötigen wir bei Ausschrebungen eine hinreichend genaue Leistungsbeschreibung, damit ein darauf passendes Angebot abgegeben werden kann und nicht noch ein Risikoaufschlag einkalkuliert werden muss.

Zum Schluss Ihr Rat an die Forstwirtauszubildenden?
Mehr als nur für die Prüfung lernen!

Das Interview führte Martin Berthold, Sachbearbeiter technische Produktion und Bioenergie, Landesbetriebsleitung